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| Europäische Geschichte erzählt von Manfred Mai: Mit einer kleinen Länderkunde der europäischen Staaten
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Ein kurzes Summary der geschichtlichen Highlights
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Europäische Geschichte erzählt von Manfred Mai: Mit einer kleinen Länderkunde der europäischen Staaten (Gebundene Ausgabe) Das ist eine wirkliche Kurzfassung der europäischen Geschichte, ein Summary. Der Überblick ist gut gemacht, Entwicklungen werden in aller Kürze dargestellt und mit vielen, teils recht anschaulichen Fotos illustriert. Ein positiver Punkt ist, dass auch die "Randgebiete" der europäischen Geschichte nicht ganz vergessen werden, z.B. die baltischen Staaten, der Balkan, die Entstehung der Schweiz, Luxemburgs oder der Niederlande, wenn auch deren weitere Geschichte nicht verfolgt werden kann. Positiv ist weiterhin das gute Preis-Leistungsverhältnis (wegen der guten Qualität und der Bilder).
Einige gravierendere Mängel finden sich doch: Stellt man Dauer und Opferzahl der zu Recht beklagten Christenverfolgungen jener der Inquisition gegenüber, entsteht der Eindruck einer die Verbrechen des Christentums verharmlosenden Geschichtsschreibung. Das gilt auch für das bluttriefende christliche Frühmittelalter. Das Hochmittelalter fehlt ganz, ebenso die Geschichte der Römer. Der Investiturstreit wird zwar gut erklärt, die Umstände des Canossaganges kommen aber zu kurz: nicht das Anathema war wohl der Auslöser, sondern doch eher die politische Situation im Deutschen Reich. Die Darstellung der Kreuzzüge hat beinahe die Qualität einer christlichen Hof- und Huldigungsliteratur: Der Erste Kreuzzug (sonst wird auch keiner beschrieben!) erreichte "drei harte Jahre" nach dem Aufbruch Palästina: immerhin wurde dabei von den edlen Kreuzrittern ganz Osteuropa ausgeplündert und leergefressen, Juden verfolgt - eine Million Menschen blieb allein in diesen "drei harten Jahren" auf der Strecke! Während all der Blutbäder und Gemetzel lernten die Christen die höherstehende Kultur der Muslime kennen, und "auf diese Weise hat das Abendland am Ende doch von den Kreuzzügen profitiert." Wunderbar! (Zur Kritik des Islam siehe: "Gabriels Einflüsterungen" von Jaya Gopal). Die Gründe für die Judenverfolgungen sind mangelhaft erklärt (S. 52). Die Ideen des Marxismus-Leninismus werden ganz gut dargestellt, so gut, dass man direkt Lust darauf bekommt. Umso weniger versteht der Leser, dass sich das undankbare Volk gegen die heilbringenden die Bolschewiki aufzulehnen versuchte (S. 145). Hier fehlen nähere Erklärungen. Die weitere Entwicklung Europas wird in der gebotenen Kürze gut - und auch kritisch! - entwickelt. Besonders gefallen hat mir die Herausarbeitung der Ängstlichkeit der "Grande Nation" Frankreich, die trotz (oder wegen?) ihrer prätentiösen Supermachtallüren und wegen ihrer Angst vor einem starken Deutschland die Entwicklung und teilweise den Frieden in Europa im 20. Jahrhundert gefährdet hat. Und natürlich "erfolgte" der Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich nicht im März 1933 (S. 219), sondern im März 1938.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 18. August 2008 | | |
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